CONSULTING MONITOR

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JOB MIT AUSSICHT

Selten waren die Zeiten so gut für die Consulting-Industrie wie heute. Dies hat spürbare Auswirkungen auf Karrierewege von Beratern – und nicht die schlechtesten, wie der jüngste Consulting-Monitor zeigt.

Von Daniel Nerlich

Der Boom im Consulting-Markt ist ungebrochen. Projekte verkaufen sich angesichts der digitalen Transformation fast wie von selbst. Und ein Ende dieses Wachstums ist nicht in Sicht. Fest steht: Der weitere Erfolg benötigt viele Köpfe. Doch nicht nur die Beratungen selbst haben massiven Personalbedarf, sondern auch die Kundenunternehmen. Beste Voraussetzungen für Berater, auf die Industrieseite zu wechseln.

Nachfolgend die sechs beliebtesten Karriereschritte für die Zeit nach dem Consulting:

1. In eine Linienposition wechseln

Der bevorzugte Weg führt Beratungsaussteiger direkt in eine Führungsposition bei Finanz-, Handels- oder Indus-trieunternehmen. Nicht mehr nur vorschlagen, wie es sein könnte, sondern echte Verantwortung für Themen und Teams übernehmen – dies ist meist die Motivation für den Schritt.

2. Inhouse Consultant werden

Mit dem Einstieg in die Inhouse-Beratung eines Unternehmens können Berater einen Einblick in die (ungeschriebenen) Gesetze und Karriereperspektiven der Firma erhalten. Auf diese Weise lassen sich wertvolle Netzwerkkontakte aufbauen und zukünftige Karrieresponsoren finden.

3. In eine Stabsposition wechseln

Strategiestab, Business Development oder Mitarbeit in einer Exzellenzinitiative – auch der Einstieg über eine Stabsposition kann mit herausfordernden Themen, sehr guter Visibilität gegenüber dem höheren Management und relevanten Karriereoptionen einhergehen.

WOHIN BERATER BEVORZUGT WECHSELN

Vor der freien Wahl stehend: Wohin wird Sie vermutlich Ihr nächster Karriereschritt führen?

Quelle: Odgers Berndtson Consulting-Monitor 2017

4. Unternehmensinvestor werden

Erst Berater, dann Private Equity? Ein durchaus gangbarer und lukrativer, aber auch arbeitsintensiver Schritt. Prominentes Beispiel: Walter Droege. Nach erfolgreichem Aufbau seiner eigenen Beratung investierte er sein eigenes Kapital in potenzialträchtige Firmen und baute sie mit seinem Team zu Cashcows um.

5. Start-up gründen

Mit dem eigenen Start-up alles das operativ anwenden, was man zuvor an andere weitergegeben hat? Zwar sind Berater zunehmend realistischer, was die Gründung einer eigenen Firma betrifft – zu viele ihrer ehemaligen Kollegen sind bereits krachend gescheitert. Dennoch bieten sich noch diverse Geschäftsmodelle an, die es zu entwickeln und zu skalieren lohnt.

6. Als Freelancer arbeiten

Ein substanzieller Trend geht in Richtung freier, selbstbestimmter Arbeitsformen. Dies greifen Online-Freelance-Plattformen auf, die häufig selbst von ehemaligen Beratern gegründet wurden. Nicht immer müssen McKinsey & Co. die beste Wahl sein, und gerade Mittelständler tun sich mit den hohen Projektbudgets der großen Beratungen schwer. Freelance Consulting wird sich in Deutschland weiter etablieren.

Daniel Nerlich
ist Partner bei Odgers Berndtson und Leiter Business & Professional Services sowie Technology Deutschland. Sein Schwerpunkt ist die Begleitung von Beratern auf dem Weg zur Partnerschaft oder in Richtung einer Führungs- und Expertenposition in Industrieunternehmen.
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METHODIK DES CONSULTING-MONITORS

Odgers Berndtson befragt regelmäßig rund 2.400 Unternehmensberater aus dem Raum D-A-CH. Ziel der Befragung ist es, zu ermitteln, wie die Berater die Entwicklung in ihrer Branche einschätzen und welche Konsequenzen sie für ihre individuelle Karriereplanung sehen. An der Befragung nehmen Senior Professionals und Partner aus Beratungshäusern aller Größenklassen teil. Die Studie zum Download finden Sie auf www.odgersberndtson.com

Fotos und Illustrationen: Frank Blümler

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